BNE & Globales Lernen muss politischer werden - Wie weiter nach Agenda 2030/SDG und Paris Abkommen?


Tagung für Multiplikator*innen, Akteur*innen und Promotor*innen im Bereich Globales Lernen, BNE und politischer Bildung

Im UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) wird gefordert, Lernende zu befähigen („to empower“) sich selbst und die Gesellschaft in der sie leben zu transformieren. Mit der Betonung von Bildung in der Agenda 2030/SDGs und dem Paris-Klimaabkommen ist eine neue Messlatte für BNE gesetzt. Die Transformation ist beschlossen und in zentralen Dokumenten auch als Kernziel der Bildungsarbeit festgelegt; jetzt sind wir in der spannenden Phase der Umsetzung. Gleichzeitig erleben wir soziale und ökologische Grenzverletzungen nie gekannten Ausmaßes. Trägt unsere Bildung tatsächlich zu dem notwendigen Wandel bei oder müssen wir über eine Weiterentwicklung von BNE und Globalem Lernen nachdenken?

So erleben wir in der Praxis häufig schwache Kenntnisse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der politischen Bildung und hinsichtlich politischer Teilhabe. Woran liegt das? Mit Blick auf den schulischen und non-formalen Bereich scheint es u. a. Befürchtungen zu geben, dass Zielvorstellungen
nachhaltiger Entwicklung im Konflikt mit den Grundlinien des Beutelsbacher Konsens stehen. Der Aufruf zu (gesellschaftlichen/politischen) Engagement könne – so wird befürchtet – im Widerspruch zu den drei Prinzipien des Beutelsbacher Konsens 1) dem Überwältigungsverbot, 2) dem Kontroversitätsgebot und 3) dem Ziel der Schüler*innenorientierung/Partizipationsfähigkeit von Schüler*innen stehen. Mit dem Unterziel „Schüler*innen in die Lage zu versetzen…die vorgefundene politische Lage im Sinne seiner/ihrer Interessen zu beeinflussen“.

Zugleich fokussieren viele Bildungsangebote auch im außerschulischen Bereich auf zwei Kernkompetenzen, dem „Wissen/Erkennen“ und dem „Bewerten“, während der dritte Aspekt des „Handelns/der Gestaltungskompetenz“ oft vernachlässigt oder stark vereinfacht (z. B. auf anderes Konsumverhalten) aufgegriffen wird.

Festzustellen ist, dass viele Akteur*innen des Globalen Lernens sowie der BNE sich in Hinblick auf drängende Zukunftsthemen und aktionsorientierte – politisierende – Bildungsformate ausgebremst fühlen oder ausbremsen lassen. In dieser Tagung wollen wir uns mit dem Verhältnis von BNE,
Globalem Lernen und politischer Arbeit beschäftigen, mit Missverständnissen und Fehlinterpretationen aufräumen und über eine möglicherweise notwenige Weiterentwicklung von BNE und Globalem Lernen diskutieren.

Das Seminar findet in Kooperation mit dem agl Fachforum
Umwelt, Klima, Rohstoffe und Entwicklung unterstützt durch
die agl Bundeskoordination Globales lernen statt.

„Förderung wurde als Unterträger der AKSB bei der bpb beantragt“



Veranstaltungsort:
Haus Wasserburg

Kosten:

keine


Anmeldeschluss:
23.02.2018

Beginn:
Montag 5. März 2018, 11:30 Uhr

Ende:
Dienstag 6. März 2018, 14:30 Uhr



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