Pallottikirche


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Gott braucht keine Kirchenräume. Aber wir Menschen sind auf sakrale Räume angewiesen, um einen “Geschmack” für das Unendliche zu bekommen.

Darum haben wir uns im Jahr 2001 entschlossen, die “alte Wallfahrtskirche” völlig neu zu konzipieren und einen Sakralraum zu gestalten, der sowohl dem Lebensempfinden der Menschen und ihrer Sehnsucht nach heiligen Räumen als auch der pallottinischen Seelsorge am Ort entgegenkommt.

Entsprechend der seelsorglichen Vielfalt hier am Ort definiert sich die Pallottikirche durch das, was in ihr geschieht. Sie ist “Verweilort”, Ort zum Atemholen, ein Forum für Aktionen und Veranstaltungen, Ort des Gebets und der Eucharistie.

Nutzen Sie diesen lichten Raum für einige Minuten der Besinnung!


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Altar und Ambo

Mit dem zweistufigen Podest, auf dem sich Altar und Ambo befinden, wurde eine kraftvolle Mitte (aus geölter Eiche) gestaltet. Der Altar als primäres Christussymbol ist ein deutliches Zeichen für die Gegenwart Gottes unter den Menschen. Der Ambo bietet Orientierung als Ort der Verkündigung und Wegweisung.


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Der leere Raum

Dahinter öffnet sich ein erhöhter, heller und weitgehend frei gehaltener Raum. Er ist Ausdruck für die Unfähigkeit des Menschen, Gott in ein Bild zu pressen. Gott ist nicht “greifbar”, nicht zu fassen. So wie die Leere dieses Raumes ausgehalten werden will, so ist auch Gott in tragischen und geheimnisvollen Situationen des Lebens auszuhalten. Er gibt nicht auf alle Fragen eine fertige Antwort.


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Das Lichtfenster

Eine Tiefe bekommt der Raum durch das Licht aus dem Rundfenster, dem ein Glasvorhang vorgesetzt ist. Die Buntglasscheibe nimmt das Licht auf, das durch die Fensteröffnung fällt und macht es im Kirchenraum sichtbar. Sie gibt das weiter, was sie selbst aufgenommen, “empfangen” hat. Auch das ist Auftrag und Dienst der Kirche: Weitergeben, was sie selbst empfangen hat – Licht und Leben. Es gilt ein “Fenster zum Himmel” offen zu halten, damit niemand die Hoffnung verliert.


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Das Marienbild

Die Skulptur der Eibinger Benediktinerin und Bildhauerin Christophora Janssen steht auf einem Sockel aus geölter Eiche, der sie an das übrige Inventar der Kirche anbindet.
Die „Schrift an der Wand“, der Beginn des Magnificat in verschiedenen Sprachen, liefert zugleich den (Hinter-)Grund für den jubelnden Tanz der „Heiligen Familie“.
Die mit Rheinsand gefüllte Kerzenschale spiegelt Farbe und Oberfläche der Skulptur und verbindet so die Gebetsanliegen mit der rettenden und befreienden Tat Gottes.


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Die Sakramentskapelle

“Agape – Liebe, die teilt und hingibt”, nennt R. Baus die rote Glasscheibe, die im Durchgang zur Sakramentskapelle hängt. Der Tabernakel ist in eine aus dem Boden wachsende Säule aus massivem Eichenholz eingearbeitet. Somit wird der Aufbewahrungsort der Eucharistie zur festen Säule christlichen Lebens und korrespondiert mit dem Agapefenster: Gott will unter den Menschen wohnen, will Gemeinschaft, Communio(n) mit ihnen.


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Die Fenster im Schiff

Sie zeichnen sich durch ein Höchstmaß an Zurückhaltung und Reduktion auf das Wesentliche von Farbe und Form aus. Die Bewegung durch Verschiebung der Farbflächen und der ansteigenden diagonalen Linien auf den Fenstern lädt Pilger und Besucher ebenfalls ein, in Bewegung zu kommen, den Raum zu beschreiten und sich gleichzeitig in einen inneren Prozess zu begeben, eine “Reise nach innen” anzutreten.


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Der Gute Hirte

Die aus afrikanischem Holz geschnitzte Statue des Guten Hirten ist ein Geschenk unserer ruandischen Partnergemeinde Matimba. Er empfängt in der Vorhalle die Menschen und lädt sie ein in die Weite und das Licht des Kirchenraumes. Ebenso entlässt er sie in die Weite ihres eigenen Lebens und will ihnen Begleiter sein. Das Kapitell, auf dem ersteht, ist ein kleiner Rest der romanischen Klosterkirche. So treffen sich hier Jahrhunderte apostolischer Arbeit am Ort.


Details

Das Kreuz nimmt die vorhandenen Materialien in der Kirche auf: Holz, Glas und Metall. Der Glasstab in der Mitte, die Christussäule, fängt das unterschiedliche Licht auf und nimmt sich selbst zurück. Je nach Betrachtungsstandpunkt bündelt er alles, was sich im Raum befindet und zentriert es. So verstehen Pallottiner an diesem Ort Gottesdienst und Leben.

Der Kreuzweg aus Sandstein hat seinen “alten” Platz an den Säulen der Kirche wiedergefunden.

Die Orgel ist als Kombinationsinstrument konzipiert. Die Bauweise vereint Klänge, die zu einem Teil durch traditionelle Orgelpfeifen und zu einem anderen Teil durch Computersampels erzeugt werden. Der Klangreichtum des Instrumentes reizt zum Experimentieren und wird so dem vielfältigen musikalischen Anspruch in der Pallottikirche gerecht.