Siebenquell – Zentrum für Narrative Theologie


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„Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen, damit sie aufwachen.“
Jorge Bucay

Geschichten Gottes und des Glaubens wollen verhindern, dass wir die Fülle des Lebens verschlafen. Darum ruft Paulus, “Löscht den Geist nicht aus!”. Diese Geschichten öffnen uns die Realität auf eine Art und Weise, die uns ermöglicht, die vielen Schichten und Dimensionen des Lebens zu sehen, die wir sonst als selbstverständlich hinnehmen. Der Erzähler streift mitten durch das brodelnde Leben hindurch, um ein langes, liebevolles Anschauen der Wirklichkeit zu ermöglichen. Die Geschichten wecken uns zu einem Leben über unsere müden, trägen Selbstverständlichkeiten hinaus. Sie öffnen uns für Tiefen der Wirklichkeit, für die Fülle, für Gottes Konturen des Lebens, für Gottes Möglichkeiten des Alltags. In den Erzählungen kann Gott durch den Stoff des Alltäglichen zu uns sprechen.

Erwachsene brauchen Geschichten zum Wachwerden, weil sie sonst Gefahr laufen, im “Alltagstrott ohne Erlösen” (Huub Oosterhuis) unterzugehen. Wir schlafen bereits, wenn unser ganzes Leben schon vorprogrammiert ist, wenn wir meinen, dass Gott nur an privilegierten Orten und durch auserwählte Erfahrungen zu finden ist. Wir schlafen bereits, wenn wir jede Erfahrung der Angst, der Verwirrung und der Unsicherheit als Instabilität sehen, aber darin keine Überraschungen und Chancen Gottes für unser Leben mehr erkennen können. Wir brauchen die Geschichten Gottes, damit wir nicht wie Geizkragen oder Bettler leben, nur weil wir im Schlafwandel nicht erkennen können, dass die Fülle des Lebens hinter jeder Ecke lauert.

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