Fr 5. April 2024 (Geistliches Zentrum)

Einige wenige Stationen der Geschichte Gottes mit den Menschen haben wir in der Osternacht beleuchtet. Vom Beginn der Schöpfung bis heute.
Mit Heilsgeschichten und Mordsgeschichten.
Nicht nur die Fähigkeit zum Guten, sondern auch die Fähigkeit zum Bösen entwickelt sich. Aus biblischer Sicht gilt es alles daran zu setzen, eine menschenwürdige Welt zu gestalten.
In Politik, Wirtschaft, im ganz privaten Leben.
Wenn wir auch nicht die Augen davor verschließen können, wenn Häuser im Bombenhagel einstürzen, Menschen getötet oder vertrieben werden und bei uns Zuflucht suchen, so gilt es doch auch, im Garten die Blumen blühen zu sehen und die Vögel singen zu hören. –
Wir wagen es, das Halleluja zu singen.
Wir wagen es, weil einer angefangen hat, anders zu leben. Weil einer gesagt hat: „Bei euch soll es nicht so sein, wie bei den Herrschern und Unterdrückern.“
Weil einer so gehandelt hat, dass sich mit ihm Unversöhnliches nicht verfestigt, sondern aufgelöst hat.
In schöpferischer Höchstspannung hat er Lebensstil des Gottesreiches gelebt.
Ganz im Hier und Jetzt – den Menschen zugewandt. In kreativer Aufmerksamkeit hat er das Leben entschleunigt, so das Menschen bei ihm durchatmen konnten.

Doch! So könnten wir einwenden: An diesem Lebensstil ist er aber gestorben. Die Macht hat gesiegt. Und die, die ihm am nächsten standen hatten es zuerst begriffen: Sie reagierten mit Verrat, mit Verleugnung, mit Flucht.

Ist die Evolution des Guten hier endgültig in eine Sackgasse geraten? Hat der animalische Lebensstil das letzte Wort? Ist das der Endpunkt? Tatsächlich viele Menschen denken so inzwischen und holen noch raus, was zu holen ist.

Nein! So nicht! Dazu dürfen wir nicht schweigen. „Nach Jesus Tod sind die Spielregeln des Todes ausser Kraft gesetzt. Sagen die Evangelisten. Wir erfahren den Auferstandenen mitten unter uns. Gott hat das letzte Wort. Und dieses Wort muss gelebt werden – hier und jetzt.
Auch wenn Tod und Leid nicht aufgehoben ist, lasst uns leben wie er. Zitternd und zögernd bisweilen, aber doch voller Zuversicht. Glaubhaft sichtbar wird es dort,
wo die Liebe aufblitzt,
wo Versöhnung geschieht, wo in Not geratene Menschen Empathie und Hilfe erfahren von wachen und engagierten jungen Menschen, ebenso wie von Müttern und Vätern; von Menschen, die in Achtung vor der Schöpfung respektvoll miteinander umgehen. Das ist Ostern – jeden Tag.
„Hoffen wider alle Hoffnung, glauben, dass es dennoch weitergeht“, singen wir in unseren Gottesdiensten. „Licht sehn, da wo alles dunkel scheint. Aufstehn gegen Unrecht, Mord und Lüge, nicht einfach schweigen, wo die Weltbedroht…“
Ist das möglich?
Ja das ist möglich. Mit Gottes Hilfe auch bei uns.

(AP24)