Do 9. April 2026 (Bildungs- und Gästehaus)
Im Rahmen eines generationenübergreifenden Osterseminars in Haus Wasserburg stand in diesem Jahr ein Thema im Mittelpunkt, das viele Menschen bewegt: Wie können wir die aktuellen Herausforderungen unserer Zeit aushalten – persönlich, gesellschaftlich und global? Unter dem Leitgedanken „Aushalten“ kamen mehr als 100 Teilnehmende unterschiedlichen Alters zusammen, um sich auszutauschen, zu reflektieren und gemeinsam nach tragfähigen Antworten zu suchen.
Das fertiggestellte Netz hängt nun gut sichtbar in der Pallottikirche. In der Osternacht wurde es mehr als 600 Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern präsentiert
Ein besonderer Höhepunkt des Seminars war eine kreative Gemeinschaftsaktion, die nun über die Veranstaltung hinaus Wirkung entfalten soll: Gemeinsam knüpften die Teilnehmenden ein großes Netz als sichtbares Symbol für Resilienz, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung.
Das Netz wurde aus vielen einzelnen Fäden gefertigt und mit persönlichen Elementen gestaltet. Jeder Knoten steht dabei für Erfahrungen, Gedanken, Hoffnungen oder auch Belastungen, die Menschen mit sich tragen. Durch das gemeinsame Knüpfen entstand nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch ein Ausdruck dessen, was trägt: Verbindung.
Im Verlauf des Seminars bekam das Leitwort eine zweite, ebenso wichtige Dimension: Aushalten allein genügt nicht. Wer gemeinsam aushält, gewinnt auch die Kraft, aufzuhalten – dem entgegenzutreten, was Leben einschränkt, Menschen entmutigt oder Zukunft bedroht. So wurde das Netz nicht nur zu einem Zeichen des Aushaltens, sondern ebenso zu einem Symbol des Aufhaltens: ein sichtbarer Impuls zum Handeln, getragen von Gemeinschaft. Das Netz hängt nun gut sichtbar in der Pallottikirche. In der Osternacht wurde es mehr als 600 Gottesdienstbesucher:innen präsentiert, als Einladung und als Auftrag zugleich. Denn das Netz ist nicht abgeschlossen: Es soll weiterwachsen. Alle Menschen sind eingeladen, sich daran zu beteiligen, eigene Gedanken, Hoffnungen oder Zeichen einzubringen und so Teil dieses lebendigen Netzes zu werden, das trägt und zugleich dem entgegenwirkt, was das Leben bedroht.
Die Initiator:innen verstehen das Netz als Einladung, sich mit der eigenen Widerstandskraft auseinanderzusetzen – und gleichzeitig zu erfahren, dass niemand allein aushalten muss. Gerade in einer Zeit vielfältiger Krisen setzt das Projekt ein bewusstes Zeichen gegen Vereinzelung und Resignation – und für eine Gemeinschaft, die trägt und bewegt.
Das generationenübergreifende Seminar zeigt damit eindrücklich: Resilienz entsteht nicht im Rückzug, sondern im Miteinander. Ein Miteinander, das stärkt: zum Aushalten, wo es nötig ist, und zum Aufhalten, wo es möglich und geboten ist. Das Netz bleibt als Ort der Begegnung, der Beteiligung und der leisen, aber wirksamen Hoffnung.