Mo 16. März 2026 (Bildungs- und Gästehaus)

Lebhaft und auch kontrovers diskutierten rund 20 junge Menschen am Samstag in Haus Wasserburg mit sechs Landespolitiker:innen, was sie im Vorfeld der Landtagswahlen beschäftigt. Dabei gab es natürlich bisweilen große Unterschiede in den Positionen der Parteienvertreter:innen – in einer Sache waren sich aber fast alle von ihnen mit den jungen Menschen einig.

Unter dem Titel „Wir müssen reden“ hatte das Jugendbildungshaus der Pallottiner in Vallendar gemeinsam mit der Fachstelle Jugend Koblenz junge Menschen von 15 bis 27 Jahren und Landespolitiker:innen eingeladen, um direkt und auf Augenhöhe miteinander in Austausch zu kommen. Gemeinsam auf Basis geteilter Werte nach guten Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu suchen, sei nicht nur der Anlass für diese Veranstaltung, sondern für fast alle Angebote in Haus Wasserburg, sagte Rektor Jörg A. Gattwinkel SAC zur Begrüßung.
Zu Beginn stellten sich Nicolas Cordes (SPD), Sandra Krämer (FDP), Rebecca Stallbaumer (Grüne) und Maximilian Rumpf und Maurice Steck (CDU) sowohl persönlich als auch ihre politischen Standpunkte vor, indem sie sich zu Fragen aus dem Wahl-O-Maten positionierten. Zur Frage, ob Jugendliche bei den Landtagswahlen schon ab 16 Jahren wählen dürften, stimmten nicht nur die Politiker:innen, sondern auch die jungen Menschen mit ab – und waren sich fast alle einig. Nur Maximilian Rumpf (CDU) positionierte sich gegen eine Absenkung des Wahlalters und argumentierte, Rechte und Pflichten junger Menschen müssten sich die Waage halten.
Beim anschließenden Austausch an Stehtischen, zeigten die jungen Menschen, dass sie nicht nur mitreden wollen, sondern auch können. Von Alternativen zum Abitur über Mobilität im ländlichen Raum bis Wehrdienst reichte die Palette der Themen, die mit den Politiker:innen rund anderthalb Stunden lang diskutiert wurden. Dabei bestimmten die jungen Menschen, worüber und wie lange sie reden wollten und konnten jederzeit zwischen den Politiker:innen wechseln. „Wir müssen einander mehr zuhören, weil so neue Ideen entstehen – wie hier bei der Diskussion“, resümierte Sandra Krämer (FDP), die gemeinsam mit den Jugendlichen an ihrem Tisch, die Idee einer „dualen Schule“ entwickelte.
Auch an den Tischen der anderen Politiker:innen war Bildung das zentrale Thema – zumal mit Nicolas Cordes (SPD) nicht nur ein Landtagskandidat, sondern auch Lehrer als Ansprechpartner zur Verfügung stand. „Anders als bei Podiumsdiskussionen, kam man richtig ins Gespräch und konnte tief in die Themen einsteigen“, lobte der 23-jährige Steffen aus Vallendar.
Großes Interesse bestand aber auch an anderen Themen, die direkt die Zukunft junger Menschen betreffen, wie Umwelt- und Klimaschutz, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Diese wurden besonders mit Rebecca Stallbaumer und Thomas Heinemann-Hildner von den Grünen sowie Maximilian Rumpf und Maurice Steck von der CDU diskutiert. „Ich finde es wichtig mit Politiker:innen kontrovers zu diskutieren – gerade wen man anderer Meinung ist“, erklärte eine Teilnehmerin ihre Motivation.
Obwohl die Diskussionen um grundsätzliche Themen wie soziale Gerechtigkeit heftig geführt wurden, war der Austausch zwischen Politiker:innen und jungen Menschen konstruktiv und von gegenseitigem Interesse geprägt. Das ist auch dem Einsatz von vier jungen, ehrenamtlichen Moderator:innen zu verdanken, die an jedem Tisch darauf achteten, dass alle Anliegen Gehör fanden und Diskussionen fair verlief. „Die Diskussion hat mir gezeigt wie vieles politisch ist – wir kamen ständig von einem Thema aufs nächste“, berichtet Leonie von den Gesprächen am Tisch, den sie moderierte.
Auch die Politiker:innen nahmen viel aus dem lockeren und innovativen Diskussionsformat mit: „Wir brauchen mehr solcher Gesprächsgelegenheiten und weniger starre Podiumsdiskussionen“, sagte Nicolas Cordes. Und Rebecca Stallbaumer ergänzte zum Abschluss: „Der Austausch hat mir gezeigt, dass es sich lohnt für das Wahlalter 16 zu kämpfen“.

Fotogalerie

  • Rebecca Stallbaumer von den Grünen diskutierte im Vorfeld der Landtagswahl mit den jungen Menschen in Haus Wasserburg.
  • Nicolas Cordes (SPD) diskutierte im Vorfeld der Landtagswahl mit den jungen Menschen in Haus Wasserburg.
  • Maximlian Rumpf (CDU) diskutierte im Vorfeld der Landtagswahl mit den jungen Menschen in Haus Wasserburg.
  • Sandra Krämer (FDP) diskutierte im Vorfeld der Landtagswahl mit den jungen Menschen in Haus Wasserburg.
  • Zur Inspiration hatten die Organisator:innen Fragen und Forderungen von Jugendlichen und Organisationen gesammelt und auf Sprechblasen ausgedruckt.
  • Die Diskussionen um grundsätzliche Themen wie soziale Gerechtigkeit wurden heftig, aber konstruktiv geführt .
  • Maurice Steck (CDU) löste im Verlauf der Diskussion Maximilian Rumpf (CDU) ab.
  • An den Tischen aller Politiker:innen war Bildung das zentrale Thema – zumal mit Nicolas Cordes (SPD) nicht nur ein Landtagskandidat, sondern auch Lehrer als Ansprechpartner zur Verfügung stand.
  • Zum Abschluss fassten die ehrenamtlichen Moderator:innen die wichtigsten Themen der Diskussion an ihren Tischen für alle zusammen.

Throwback: Wahlprogrammcheck für junge Menschen

Die Diskussion war der Abschluss der Verasntaltungsreihe “Wir müssen reden”, die am Mittwoch, 11. Februar, mit einem Workshop für die 12. Klasse des Wilhelm-Remy-Gymnasiums in Bendorf, startete. Einen ganzen Schultag lang haben wir uns mit den Wahlprogrammen zur Landtagswahl auseinander gesetzt und gecheckt, wie realistisch sie sind. Einen Einblick in den Workshop, der von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz gefördert wurde, gibt’s bei SWR Aktuell

Auch der Wahl-O-Mat hilft Erstwähler:innen – und entstand in der Wasserburg

Ein hilfreiches Tool für unentschlossene Erstwähler:innen ist auch der Wahl-O-Mat der Landes-, bzw. Bundeszentrale für politische Bildung, der am Donnerstag, den 19. Februar 2026 um 10:30 Uhr für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz veröffentlicht wurde. Dem vorausgegangen ist ein intensiver Prozess ehrenamtlich engagierter junger Menschen mit Unterstützung hauptamtlicher Erwachsener, der bereits am dritten Adventswochenende 2025 in der Wasserburg stattfand. Wie genau das Wahl-O-Mat-Wochenende in der Wasserburg war, lest ihr hier

Eine Kooperation mit:

Der “Wahlprogrammcheck” wurde gefördert durch:

Die gesamte Veranstaltungsreihe “Wir müssen reden” wurde gefördert durch: