ANGESAGT - LebensZeichen aus Haus Wasserburg


Kommunität, Mi 13. Mai 2020

“Santa Corona, steh uns bei!” – Zum Gedenktag der Heiligen Corona am 14. Mai ein Portrait von Raimund Schui und ein Lied von Alexander Diensberg SAC

Schon längst ist die Corona Pandemie ein beherrschendes Thema in allen Kunstrichtungen. Nun präsentiert auch der Oberurseler Maler Raimund Schui auf Anregung von seinem Cousin Alexander Diensberg SAC dazu sein erstes Gemälde: „Santa Corona, steh uns bei!“ Pünktlich zum Gedenktag der Heiligen am 14. Mai ist es fertig geworden.

Denn die Schutzheilige mit dem Namen „Corona“ gab’s wirklich, auch wenn Zeit und Ort ihres Lebens unterschiedlich überliefert sind, was andererseits für die weite Verbreitung ihrer Legende spricht: der zufolge soll sie als 16jährige den Heiligen Victor zur Zeit der Christenverfolgungen um 200 n. Chr. bei dessen Folter und Hinrichtung ungeachtet der Gefahr, in die sie sich dabei selbst begab, beigestanden sein. Als sie den unter den Qualen der Folterung leidenden Victor wegen seiner Standhaftigkeit als einen Heiligen preist und ausruft, zwei Kronen vom Himmel fallen zu sehn, eine für Victor und die andere für sich, wird Victor enthauptet und sie mit den Füßen an zwei niedergebeugte Palmen gebunden, so dass Corona beim Emporschnellen der Palmen zerrissen wird, warum sie gerne mit Palmen in der Hand dargestellt wird.

Bald wird die Heilige Corona als Patronin der Fleischer, der Schatzsucher und des Geldes verehrt. Weil Epidemien aber den einen, wie den anderen für’s Geschäft abträglich sind, wird sie dann auch in Zeiten von Seuchen und der Pest zum Schutz angerufen. Demgegenüber erinnert Diensberg aber auch noch an einen anderen Traditionsstrang: „So wie Corona ihrem Freund unter Todesgefahr beistand, riskierten zu Pestzeiten viele ÄrztInnen und PflegerInnen bei der Versorgung der Kranken Leben und Gesundheit und tun dies bis in unsere Tage. Bei aller berechtigten Sorge in eigenen existentiellen, wirtschaftlichen Nöten, die aber ja auch schon wieder von Profithaien und Verschwörungstheoretikern in unseren Tagen schamlos missbraucht werden, ist es dieser Beistand, der mir Santa Corona als Pandemie-Schutzheilige so sympathisch macht.“

Raimund Schui nun erschuf mit seinem Gemälde ein ganz eigenes Corona-Bildnis. So malt er statt einer 16jährigen eine gezeichnete alte Frau. Man mag darüber streiten, ob man die Gesichtszüge unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel oder doch eher die von Altkanzler Kohl entdecken kann und ob der Blick eher von mütterlicher Fürsorge oder doch genervter Verzweiflung über so viel Unverstand, der Land und Weltgemeinschaft derzeit spalten, geprägt ist. Nicht zu übersehen aber ist: Eingemauert in eine, wie für uns alle neue Welt, zusätzlich fixiert auf 1,50 Abstand, hebt sie mahnend den Finger der rechten Hand. Ihr rot lackierter Fingernagel wirkt wie das Stoppzeichen eines Verkehrsschildes.

In der linken Hand hält sie statt Palmen einen Buchsbaumzeig, stellvertretend für den geweihten Palmzweig, der bis heute viele christliche Kreuze schmückt und so Haus und Hof vor Blitz- und Hagelschlag, Missernten und Seuchen schützten soll. Jedoch scheint es: Wir sind nicht zu retten! Noch geschnürt von Schutzmasken und Absperrband, posieren die Toten im Vordergrund. Das Firmament brennt. Nur eine kleine Fledermaus, die wir bereits schuldig gesprochen haben für unsere Misere, aber eigentlich unschuldige Natur ist, beherrscht die Weite des Himmels.

Das Gemälde von Raimund Schui ist die Bestandsaufnahme eines kurzen Momentes in unserer aus den Fugen geratenen Welt. Eine zerrissene Schutzheilige in einer Zeit der Belastungs- und Zerreißproben. Davon sprechen auch Diensbergs Unterzeilen, um die Schui seinen Cousin gebeten hat, „damit’s auch ein rechtes Andachtsbildchen werde.“

Schließlich wünscht der Künstler dem Betrachter: „Vielleicht zaubert das Gemälde dem einen oder anderen gar doch auch ein Lächeln ins Gesicht, weil es auf eigene Art das viel diskutierte politische Thema „Mutti Merkel in der Corona-Krise“, aufgreift.“

Wer in seinem Bild jedoch nach Bildelementen sucht, die Hoffnung, Perspektiven oder Zukunft zum Ausdruck bringen, wird – wie meist bei Schui – genau hinschauen müssen. Schui selbst glaubt ohnehin vielmehr: „Antworten auf diese Fragen kann aktuell weder eine Schutzheilige, noch die Politik, noch die Wissenschaft geben und jeder Künstler wäre sicher ebenfalls überfordert. Und so sind wir mit diesem Gemälde wieder da, wo auch die Heilige Corona vor über 1800 Jahren ihre Antworten gesucht hat: ganz tief in uns selbst.“ (Willi Mulfinger)

Als genügte ein Portrait von Schui nicht schon allein, hat Alexander Diensberg SAC auch ein kleines Liedchen zur Heiligen Corona geschrieben. Der Liedtext findet sich als Download, zusammen mit Schuis Bild meditieren, kann man es auf Youtube.

Bild vergrößern

Santa Corona, steh uns bei!
Gemälde auf Leinwand, Format: 80×100 cm Technik: Ölfarben, Harzöl

Raimund Schui
Maler, Grafiker, Illustrator, Lithograf, Science Fiktion-Autor und Musiker. „Raimund Schui gehört zu den bedeutenden Realisten in Deutschland. Er malt im Stil des Phantastischen Realismus.“ (Kaleidoskop-Galerien und Museen 1/12)
Werke von ihm wurden in Oberursel, Frankfurt am Main und diversen Städten Europas ausgestellt. In Oberursel wurde er auch bekannt durch seine Auftritte, z.B. im Orscheler Sommer 2019 und 2018 mit einem musikalisch-literarischen Projekt „Weil doch die Welt bald unnergeht.“ Mundartgedichte von Friedrich Stoltze.
Zu seinem 70. Geburtstag erschien 2016 ein Bildband mit seinem Lebenswerk: „Die andere Welt des Raimund Schui. In Wahrheit ist die Wirklichkeit ganz anders.“
(ISBN 978-3-00-054568-9)
Homepage: www. raimundschui.de

Willi Mulfinger
Journalist und Fotograf aus Oberursel. Von ihm wurde das Bild fotografiert und hier in einer Pressemitteilung vorgestellt.
www.willimulfinger.de

Tipp: Das Gemälde ist auch die Grundlage eines Posters, gestaltet von Willi Mulfinger und Alexander Diensberg (Text).
Format 50×70 cm. Preis 20 Euro
Dieses Poster kann bezogen werden über Raimund Schui, Tel. 06171/26354 und natürlich auch über unseren Buch- und Weltladen.

Bild vergrößern


Zurück