Große Koalition: Klimapolitik auf Kosten zukünftiger Generationen


Bildungs- und Gästehaus, Mi 10. Januar 2018

In ihren Sondierungsgesprächen haben sich CDU/CSU und SPD vom Erreichen der Klimaziele für das Jahr 2020 verabschiedet. Die Politiker der beiden Volksparteien verschließen damit die Augen vor der größten Herausforderung unserer Zeit. Sie bürden den jungen Menschen eine zentnerschwere Last für die Zukunft auf. Denn Kriege um Wasser und die Verwüstung ganzer Regionen sind die Folgen einer unverantwortlichen Klimapolitik.

„Die Klimapolitik Angela Merkels ist ein Armutszeugnis. Die deutschen Emissionen stagnieren seit 8 Jahren“, sagt Nico Beckert, Fachpromotor für Rohstoffe am Haus Wasserburg. „Man dürfe sich nicht wundern, die selbst gesteckten Klimaziele nicht zu erreichen, wenn man jahrelang die Hände in den Schoß legt“.

CDU/CSU und SPD werden auch kein konkretes Datum für den Ausstieg aus der Kohleverstromung vereinbaren. Stattdessen soll eine Kommission einen Arbeitsplan zum Kohleausstieg entwickeln. „Diese Kommission ist schon seit November 2016 beschlossen“, sagt Nico Beckert. „Die große Koalition braucht also über ein Jahr, um einen Arbeitskreis zu gründen. Die Mutlosigkeit der deutschen Klimapolitik könnte kaum besser veranschaulicht werden“.

Symbolbild der mutlosen deutschen Klimapolitik ist der Abriss des „Immerather Doms“. Die denkmalgeschützte Kirche der Stadt Erkelenz musste dem Braunkohle-Tagebau Garzweiler weichen. Die deutsche Klimapolitik vertreibt schon heute Menschen aus ihrer Heimat. „’Kirchen zu Kohleflözen’ scheint das Motto dieser Klimapolitik zu sein“ sagt Nico Beckert. „Das sind Bilder, über die noch zukünftige Generationen reden und staunen werden“. Und auch die Folgen des Klimawandels sind verheerend.

Stoppen wir den Klimawandel nicht, sind weit über 500 Millionen Menschen aus Küstengebieten von Überschwemmungen bedroht. Im Großraum Indien mit über 1,5 Milliarden Einwohnern drohen so heiße und feuchte Sommer, dass die Region für Menschen unbewohnbar wird, weil sie ihre Körperhitze nicht mehr ableiten können. Ganze Regionen drohen unbewohnbar zu werden. Schon heute schreitet die Wüstenbildung im südlichen Italien, in Griechenland, Bulgarien und Rumänien stark voran. Dies sind Länder, die direkt vor unserer Haustür liegen. Der ungebremste Klimawandel wird zu Flüchtlingsströmen ungekannten Ausmaßes führen.

„Statt mutlos Klimaziele aufzugeben, muss die deutsche Politik den Kampf gegen die Klimakrise intensivieren“, sagt Nico Beckert. Die deutsche Wirtschaft wächst seit Jahren. Die Staatseinnahmen sind so hoch wie nie zuvor. „Die hohen Staatseinnahmen müssen in Nachhaltigkeit investiert werden. Die Erforschung von neuen Technologien wie Energiespeichern muss viel stärker subventioniert werden. Es braucht mehr Gelder für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und für eine klimagerechte Verkehrswende“ sagt Nico Beckert. Auch Lokal- und Regionalpolitiker können den öffentlichen Nahverkehr voranbringen und Städte Fahrrad-freundlicher gestalten. Sie müssen ihren Beitrag zum Klimaschutz beitragen und die Politiker auf Bundesebene zu mehr Klimaschutz drängen.

Ansprechpartner:

Nico Beckert
Fachpromotor für Rohstoffe und Rohstoffpolitik
E-Mail schreiben
0261 – 6408 114
Haus Wasserburg
Pallottistraße 2

Nico Beckert arbeitet im Haus Wasserburg im Team “Bildung für nachhaltige Entwicklung” als Fachpromotor für Rohstoffe und Rohstoffpolitik. Das Haus Wasserburg macht schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die zu zukunftsfähigem Denken und Handeln anregt.


Tags: Klimawandel Rohstoffpolitik


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